Sträucher richtig schneiden: Zeitpunkt und Technik

Sträucher richtig schneiden: Zeitpunkt und Technik

Der häufigste Fehler beim Strauchschnitt ist der falsche Zeitpunkt: Wer im Frühjahr eine Forsythie schneidet, schneidet die Blüte des Jahres weg. Die Regel dahinter ist einfach.

Die Grundregel: Blütezeit entscheidet

Frühjahrsblüher wie Forsythie, Flieder oder Zierjohannisbeere blühen am Holz des Vorjahres. Sie werden direkt nach der Blüte geschnitten, also im späten Frühjahr. Schneidet man sie im Winter, entfernt man die angelegten Blütenknospen.

Sommerblüher wie Sommerflieder, Hortensie (Rispenhortensie) oder Spiere blühen am diesjährigen Holz. Sie werden im Spätwinter geschnitten, etwa im Februar, und treiben dann kräftig mit Blüten aus.

Immergrüne und reine Blattgehölze schneidet man vor allem im Spätwinter und macht bei Bedarf einen Formschnitt Ende Juni.

Die Frist im Bundesnaturschutzgesetz gilt auch hier

Wie bei Hecken ist auch bei Sträuchern und Gebüschen ein starker Rückschnitt oder das Roden vom 1. März bis 30. September nicht erlaubt. Der schonende Form- und Pflegeschnitt bleibt möglich.

Für Frühjahrsblüher, die direkt nach der Blüte geschnitten werden sollen, bedeutet das: schonender Pflegeschnitt ja, Radikalschnitt nein. Den verschiebt man auf den Herbst.

Richtig schneiden statt nur kürzen

Immer knapp über einer nach außen zeigenden Knospe ansetzen, leicht schräg, damit Wasser abläuft. Stummel, die stehen bleiben, sterben ab und sind Eintrittspforten für Pilze.

Zuerst das sogenannte Totholz entfernen, dann nach innen wachsende und sich kreuzende Triebe. Ziel ist ein lockerer Aufbau, durch den Licht und Luft kommen.

Bei alten, vergreisten Sträuchern hilft der Verjüngungsschnitt: Jedes Jahr ein Drittel der ältesten Triebe bodennah entfernen. Nach drei Jahren ist der Strauch komplett erneuert, ohne dass er je kahl dasteht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Frühjahrsblüher direkt nach der Blüte schneiden
  • Sommerblüher im Spätwinter (Februar)
  • Immer über einer nach außen zeigenden Knospe ansetzen
  • Verjüngung: jedes Jahr ein Drittel der ältesten Triebe raus

Häufige Fragen

Das hängt von der Blütezeit ab. Frühjahrsblüher wie Forsythie direkt nach der Blüte, Sommerblüher wie Sommerflieder im Spätwinter. Ein starker Rückschnitt ist vom 1. März bis 30. September gesetzlich nicht erlaubt.
Häufig wurde zum falschen Zeitpunkt geschnitten. Wer einen Frühjahrsblüher im Winter schneidet, entfernt die bereits angelegten Blütenknospen.
Über mehrere Jahre: Jedes Jahr etwa ein Drittel der ältesten Triebe bodennah herausnehmen. Nach drei Jahren ist der Strauch komplett erneuert.

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